Für den ersten Hattrick eines Spielers des VfL Bochum seit 38 Jahren konnte sich Dieter Hecking auf die Schulter klopfen. Erstmals in diesem Jahr gab der Trainer Myron Boadu die Chance von Beginn an - nachdem er den Stürmer vergangene Woche öffentlich deutlich kritisiert hatte.
Davon angestachelt lief Boadu heiß und erzielte bei der spektakulären Aufholjagd gegen RB Leipzig im Ruhrstadion (3:3 nach 0:3) alle drei Treffer. Dafür benötigte der 24-Jährige nur 13 Minuten.
"Der Coach ist ein ehrlicher Kerl", meinte Boadu anschließend. "Es wäre mir zwar lieber gewesen, wenn er es mir direkt gesagt hätte. Aber ich bin Profi, der Coach darf kritisieren, er hatte recht. Ich wollte es ihm ein bisschen zeigen."
Hecking erklärte, dass er Boadu nicht habe provozieren wollen, als er vergangene Woche über die Trainingsleistungen des Niederländers meckerte und ihn unter der Woche beim 1:0 gegen den FC St. Pauli über 90 Minuten auf der Bank ließ. Es sei kein psychologisches Kalkül gewesen. "Wenn mich ein Spieler nervt, dann nervt er mich", sagte Hecking nach dem Remis gegen Leipzig.
Für das große Ziel - den Klassenerhalt - sei es wichtig, dass alle Spieler liefern. "Ich will nicht einmal ein gutes Spiel sehen, dann ein weniger gutes. Dann wird es nicht reichen." Das betreffe aber nicht Boadu allein, sondern jeden Spieler der Bundesliga.
Nach der öffentlichen Kritik habe ein klärendes Gespräch zwischen Hecking und Boadu geholfen, "dass wir uns gegenseitig besser verstehen. Manchmal redet man ja aneinander vorbei. Er hat vielleicht manche Dinge falsch wahrgenommen, ich habe seine Körpersprache falsch wahrgenommen. "
Am Mittwoch bekam Philipp Hofmann dann den Vorzug vor Boadu, und der Konkurrent der Monaco-Leihgabe traf sogar. Hecking hatte nach dem Sieg gegen St. Pauli aber schon eine Vorahnung: "Ich habe ihm noch auf dem Platz gesagt, dass er nicht sauer sein muss, dass er am Samstag liefert. Das hat er gemacht. Fußball ist ganz einfach."